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Name: Kareen Kittelmann
Titel der Arbeit: „Working Class Heroes“
Hochschule:
Lette-Verein Berlin
Jahr: 2008
eMail: kontakt@kareenkittelmann.de
eMail: www.kareenkittelmann.de

Wer bist du und was machst du gerade?

Mein Name ist Kareen Kittelmann. Ich bin 30 Jahre alt und komme aus Berlin. Beim LETTE-VEREIN in Berlin habe ich Fotodesign studiert. Seitdem arbeite ich Selbstständig als Fotodesignerin und Fotokünstlerin.

Um was geht es in deiner Arbeit?

Im Verlauf der Evolution hat der Mensch Tiere durch Züchtung an seine Bedürfnisse angepasst. Wir Menschen domestizieren Tierarten, die ausschließlich zum Zwecke der Nutzung gehalten werden. Ich möchte diesen Tieren mit meinen Portraits eine Stimme verleihen.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Der unnatürliche Tod wird in meiner Arbeit greifbar. Die Ausdrucksfläche reduziert sich auf das Gesicht und die Körperhaltung, wobei die Visualisierung des toten Fleisches  provokativ aber nicht vordergründig gedacht ist.
Die Tiere zeigen sich autoritär gegenüber dem Betrachter, wirken überlegen und stolz aber auch pflichtbewusst und diszipliniert. Da diese in ihrem Leben keinen unangetasteten Lebensraum hatten, zeige ich sie isoliert.  Die Positionierung der Tierkadaver erinnert an Statuen. Statuen die dem Gedächtnis als Denkmal eines Lebenswerkes dienen.  Mit meinen Bildern möchte ich zum Pathos neigen, zum Nachruf auf die Lebenden, zum Abgesang auf eine Epoche, die gar nicht vorbei ist.

Warum hast du dich gerade mit diesem Thema beschäftigt und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?

Wir verlieren durch unsere, auf den Menschen fixierte Sichtweise allzu oft den Blick dafür, dass ebenso eine Parallelgesellschaft Tier existiert. Doch diese Gesellschaft bestehend aus vielen Millionen Lebewesen wird kaum wahrgenommen. Dem Menschen ist es nur bedingt möglich von den ungerechten, lebensunwürdigen Haltungsmethoden zu erfahren oder aber er ist versucht zu ignorieren und konsumiert  fortan und streichelt dabei das Kätzchen auf dem heimischen Sofa. Diese Einstellung möchte ich aufbrechen und zum Nachdenken anregen.

Welchen Stellenwert hat aus deiner Sicht ein Designer? Welchen Bezug zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung siehst du dabei?

Designer haben die Macht der Visualisierung. Das Medium Fotografie beeinflusst für mich Erfahrungsmöglichkeiten und Deutungsmuster und ist Gegenstand und Instrument von gesellschaftlichen Konflikten. Die Fotografie hat die Ausstrahlung der Authentizität und die Kraft der Manipulation. Die Verantwortung liegt für mich darin diese nicht zu missbrauchen.

Wie geht’s weiter? Gibt es schon neue Projekte?

Ich arbeite fortan weiter an meinen freien Arbeiten. Soziale Themen interessieren mich. So konnte ich im letzten Jahr weitere Projekte abschliessen. Ich bin immer auf der Suche nach Institutionen und Galerien die meine Bilder zeigen. Meine Arbeit kann nur etwas bewegen wenn sie von Menschen gesehen wird.

Ich finde deine Bilder sehr stark. Ein völlig anderer Blick auf die Lebewesen, die uns täglich umgeben. Vielen Dank für das Interview.

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