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Name: Martin Steiner
Titel der Arbeit: „Gestaltungsansicht“
Hochschule:
Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
Jahr: 2008
Betreuender Professor: Prof. Erich Schöls
eMail: kontakt(at)martinsteiner.net
Website: www.gestaltungsansicht.de / www.martinsteiner.net

Wer bist du und was machst du gerade?

Ich heiße Martin Steiner, bin 28 Jahre alt und lebe als selbständiger Gestalter in Würzburg.

Um was geht es in deiner Arbeit?

Um die Infragestellung unserer Tätigkeit; und nicht nur die des Gestalters. Es geht vielmehr um die Tatsache, dass man sich bewusst machen sollte, in was für einer Position man sich befindet und ob diese für einen befriedigend ist, mit allen erdenklichen Konsequenzen.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Eine Besonderheit möchte ich meiner Arbeit nicht zusprechen. Ich biete dem Leser/Betrachter eine subjektive Meinung an, eine persönliche Ansicht zu unterschiedlichen Themen, auf textlicher und visueller Ebene. Somit entsteht die gewünschte Konfrontation.

Warum hast du dich gerade mit diesem Thema beschäftigt und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?

In dem Buch „Gestaltungsansicht“ geht es primär um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln. In meinem Fall lag der Impuls für diese Arbeit in der Reflektion und Zukunft meines Daseins als Gestalter. Es kamen Fragen auf, die ich für mich unbedingt beantworten wollte. Auf viele Fragen gab es keine Antworten, sondern es entstanden neue Fragen. Der erhobene Zeigefinger bleibt unten, aber mir ist es sehr wichtig dass der Betrachter/Leser dieselben Thematiken hinterfragt, seine eigene Ansicht festigt und gegebenenfalls verändert. Die Arbeit ist auf www.gestaltungsansicht.de dokumentiert.

Welchen Stellenwert hat aus deiner Sicht ein Designer? Welchen Bezug zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung siehst du dabei?

Meines Erachtens reiht sich der Designer leider sehr weit hinten in die „Wir-können-wirklich-etwas-verändern-Schlange“ ein. Klar spricht man gerne vom „universellen Problemlöser“, der auch außerhalb der kleinen netten Gestaltungswelt zu großen Aufgaben berufen ist, aber solche positiven Ausrutscher werden momentan bedauerlicherweise die Ausnahme bleiben. Der Gestalter muss in den Prozess viel früher eingreifen und von Anfang an integriert werden, denn dort findet die Veränderung statt. Erst wenn die fachliche Kompetenz des Gestalters als wirklicher Problemlöser erkannt, akzeptiert und vor allem auch verstärkt eingesetzt wird, in allen gesellschaftlichen relevanten Bereichen, erst dann kann der Gestalter zur Lösung von bedeutenden Problemen beitragen und einen positiven Wandel mit unterstützen und formen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit / soziale Verantwortung in deinem Leben?

Eine sehr große, aber ehrlich gesagt, im Alltag betrachtet leider eine zu kleine Rolle. Im Kleinen versucht man das Beste, was natürlich auch sehr gut ist, aber wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, könnte und sollte man viel mehr tun und vor allem auch effektiver und aktiver handeln.

Euch wünsche ich weiterhin viel Erfolg und anhaltendes Engagement. Sehr schöne und lobenswerte Plattform, die ihr da ins Leben gerufen habt.

Das Lob geht zurück an dich – ein schönes Buch, in dem du, glaube ich, viele Fragen stellst, die so einige Gestalter beschäftigen bzw. beschäftigen sollten. Und das ganze im Gewand einer wirklich überzeugenden Gestaltung. Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft.

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