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Name: Hauke Gonschorek
Titel der Arbeit: Spende doch!
Hochschule:
HAWK Hildesheim
Jahr: 2009
Betreuender Professor: Prof. Barbara Kotte, Prof. Dr. Hans-Friedrich Müller
E-Mail: gutentag@haukemachtwerbung.de
Website: www.haukemachtwerbung.de

Wer bist du und was machst du gerade?

Mein Name ist Hauke Gonschorek, ich bin seit dem Sommer 2009 Bachelor of Arts mit der Fachkompetenz Advertising Design und arbeite seit Anfang 2010 selbstständig als freiberuflicher Grafikdesigner.

Um was geht es in deiner Arbeit?

In meiner Arbeit geht es um die Organspende nach dem Tod. Da eine Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahre 2003 ergeben hat, dass besonders bei Jugendlichen eine hohe Akzeptanz und Offenheit bei dem Thema Organspende vorhanden ist, habe ich mir junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zur Hauptzielgruppe für meine Kampagne gemacht.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Aufgrund meiner jungen Hauptzielgruppe konnte ich das Thema sehr frech, humorvoll und bunt ausarbeiten. Da dem Thema Organspende nach dem Tod eine große Polarität zugrunde liegt, griff ich diesen Kontrast „Leben“ und „Tod“ auch in meiner Arbeit auf. Ich griff ein todernsten Thema auf, welches ich humorvoll und lebensbejahend umsetzte.
Eine weitere Besonderheit an diesem Projekt ist der Weg der Umsetzung. Denn ich habe wie ein Arzt bei einer Organtransplantation meine Arbeit zurecht geschnitten und vernäht. Die Buchstaben sind aus Stoff zugeschnitten und die Organe aus Stoff genäht und ausgestopft. Dadurch entsteht ein sehr weicher, organischer und junger Look.

Warum hast du dich gerade mit diesem Thema beschäftigt und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?

Zur Zeit meiner Bachelor Thesis dachte ich, es sei meine letzte Chance so frei und in diesem sozialen Rahmen zu arbeiten (mittlerweile weiß ich es besser). Deshalb wollte ich unbedingt meine Arbeit mit einem sozialen Thema verbinden. Im Bereich Spenden wie Geld- und Blutspende gab es schon extrem viele und auch sehr gute Arbeiten. Also traf ich auf das Thema Organspende und stellte fest, dass es zu diesem Thema nur wenige Kampagnen gab.
Meine Abschlusspräsentation und die Zeit der Ausstellung nutzte ich, um Organspendeausweise zu verteilen, um nicht nur die Ernsthaftigkeit meiner fiktiven Arbeit zu unterstreichen, sondern selbstverständlich auch um diesem wichtigen Thema selber zu dienen.

Welchen Stellenwert hat aus deiner Sicht ein Designer? Welchen Bezug zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung siehst du dabei?

Ein Designer trägt mehr Verantwortung zum Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung als viele andere Menschen. Denn er hat die Möglichkeit, Einfluss auf Gesellschaft und Unternehmen zu nehmen. Aber die letzte Entscheidung trägt der Auftraggeber und damit auch einen Großteil der Verantwortung. Glücklicherweise gibt es immer mehr Unternehmen, die diese Verantwortung wahrnehmen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit / soziale Verantwortung in deinem Leben?

Mir persönlich ist erstmal wichtig gut informiert zu sein, um meine Möglichkeiten zu kennen.
Einfache Dinge, wie beim Zähneputzen das Wasser nicht laufen zu lassen oder meine Fehldrucke noch mal als Schmierzettel zu verwenden, sind für mich selbstverständlich. Aber leider kann ich meine Verantwortung nicht immer wahrnehmen wie zum Beispiel im Supermarkt, denn bei Käse, Fleisch und anderen Dingen muss ich auch auf mein Geld achten.

Wenn man deine Kampagne mit der neuen Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Organspende vergleicht, kann sich die BZgA grafisch auf jeden Fall noch eine Scheibe abschneiden. Es ist trotzdem gut, dass dieses Thema endlich den Leuten näher gebracht wird – ohne Angstmache und ohne traurige (Kinder-)Augen.

Kurz nach diesem Interview hat uns Hauke geschrieben, dass er schwer erkrankt ist und auf eine Stammzellenspende angewiesen ist. Also: helft Hauke und lasst euch bei der DMKS registrieren.

kommentare

  1. IsoLight

    Schwieriges Thema sehr angenehm und kuschelig verpackt. Knackige Headlines und herzliche, aufwändige Produktion, unverständlich warum die nicht offiziell umgesetzt wurde.

    Dez 29, 2010 @ 13:30


  2. R:.bert

    Ja, sehe ich auch so. Sehr liebevoll gestaltet. Gefällt mir.

    Feb 13, 2011 @ 19:16


  3. Hauke

    Hej,
    ich wollt nur bescheid geben, dass ich im Februar 2011 Stammzellen bekommen hab und es gut funktioniert hat!
    Liebe Grüße Hauke

    Feb 05, 2013 @ 18:22