Am 9. April 2011 brachte die sechste see conference die kreativsten Köpfe und spannendsten Ideen zu dem Thema „Informationsvisualisierung“ mit dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“ in der Lutherkirche in Wiesbaden zusammen.
Die Designerin Susanne Klaar war vor Ort und berichtet hier kurz von ihren Eindrücken:

Stoppt den Supergau!
An Information und Datenmüll!

Wiesbaden: die Sonne scheint zum ersten Mal mit voller Kraft. Auf dem Weg zur see Konferenz. Menschen in T-Shirts, Flipflops und Eis kommen mir schon im Bahnhof entgegen. Sieht man die Sonnenbrillenträger und den ersten Eindruck von Sommer könnte man die „Bad news“ der Zeit gern verdrängen. Die Medien haben es bereits. Fukushima ist in den deutschen Medien bereits im Relevanceranking auf Platz 3 abgerutscht. Was verbirgt sich hinter all den Sonnenbrillenggläsern? Vergessen oder Nachdenklichkeit? Leider ist es nicht sichtbar: CO2, Radioaktivität — auch nicht.

Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe, Sozialpsychologe und Direktor des Centers for Interdisciplinary Memory Research in Essen leitet mit seiner Keynote keineswegs wie ein Pfarrer von der Kanzel ein. Rund 1.000 Teilnehmer und „Fans“ der Visualisierung von Information werden am frühen Samstagmorgen mit dem nicht leicht verdaulichem Thema der Nachhaltigkeit konfrontiert.

Um Geschichten zu visualisieren brauchen wir Informationen die relevant sind. Alles was wir tun, sollten wir auch ohne diese Situation, einem Paradigmenwechsel der besonderen Art, tun. Umwelt, Wirtschaft und der Mensch stehen am Anfang von Veränderungen, die noch heute als kontrollierbar verkauft werden. Wie sieht die Welt in zehn Jahren aus? Und wie will ich einmal gesehen werden?

Diese Geschichte ist noch nicht geschrieben. Die steht spätestens heute auf dem eigenen Zettel.

Was die einzelnen Referenten an diesem Tag zu berichten hatten, war ein sehr gelungener Mix an Information, Unterhaltung und Inspiration. Carlo Ratti , Senseable Design, Boston stellte u. a. sein Projekt „Trash-Track“ vor. senseable.mit.edu/trashtrack/

Eine eindrückliche Idee von einer Thematik, die spätestens bei leidigen Gang zur Abfalltonne entsorgt ist.

Der Videokünstler Alexander Lehmann gab einen sehr kurzweiligen und humorvollen Eindruck von seinem Projekt „Du bist Terrorist“.

Wie eine große, renommierte Werbeagentur aus Hamburg zu zittern begann machte schon Spaß beim Zuhören. Da wird sicher noch ne Menge kommen.

Joshua Prince-Rasmus, REX architecs, New York zeigte das Thema aus einem sehr spannenden Augenwinkel. Betrachtet man das Thema der Nachhaltigkeit in der Architektur vielmals unter dem Aspekt der nachhaltigen Materialien und Bauweise, geht Rex architecs noch einen Schritt „davor“. Die Seattle Central Library, welche vom Time Magazine 2004 als „Gebäude des Jahres“ ausgezeichnet wurde, besticht durch ein klares, ungemein reduziertes Konzept. Die Überlegungen nach Orientierung durch die Medien bestimmten hier maßgeblich den Entwurf.

Justin Manor, Sosolimited, Boston, präsentierte eine Software. Aus einem Datenchaos wird sortierte Information.

Was wäre, wenn wir unsere gewünschte Ration an Nachhaltigkeitsinformation so dosieren könnten, dass wir mehr Zeit hätten für unser eigenes Tun?

Deshalb: schaut euch doch einfach die Video Streams an. Die Zeit lohnt.
www.see-conference.org/videostream/

Zur Person:

Susanne Klaar ist Designerin und Designstratege.

Anfang 2011 gründete sie in Hamburg Klaar Design. Studio für Identitätsentwicklung, Markenkultur und Inszenierung. 2008 startete sie ihr Designforschungsprojekt
Sustainability Re-designed an der Zürcher Hochschule der Künste mit der Frage nach der visuellen Kommunikation von Nachhaltigkeit.

Kontakt
Susanne Klaar
susanne.klaar@sustainable-identity.com
M 0151.23024188
kommentare

  1. warauchda

    Schön, dass die Konferenz hier Thema ist – schade, dass Wesley Grubbs und Brendan Dawes nicht auch im Artikel erwähnt wurden, beide hörenswert. Aber für alle die nicht da waren gibt es ja noch den Video Stream.

    Apr 27, 2011 @ 13:00